Arbeitsgemeinschaft Pflasterklinker e.V., Bonn
Original-Pflasterklinker

Viele nationale Produktnormen wurden auf EU-Ebene harmonisiert. Bei Pflasterklinker wird seit Ende 2003 die bisher gültige DIN 18503 - Pflasterklinker, Ausgabe 1981-08, von der neuen europäischen Norm DIN EN 1344 für Pflasterziegel teilweise ersetzt.

Pflasterziegel und der bis zur Sinterung gebrannte Pflasterklinker werden nun europaweit nach den gleichen Prüfverfahren bewertet und gekennzeichnet. Um die Vielfalt der Verwendungsbedingungen für Pflasterziegel in Europa zu berücksichtigen, definiert die europäisch harmonisierte Norm unterschiedliche Qualitätsklassen, z.B. drei Klassen für das Abriebverhalten (A1 - A3), vier Klassen für den Rutsch- und Gleitwiderstand (U0 - U3) und fünf Klassen für die Festigkeit (T0 - T4). Die jeweils höchste Klasse entspricht dabei näherungsweise den Anforderungen der alten DIN 18503.

Im Vergleich:
Eigenschaften nach DIN EN 1344 und bisheriger DIN 18503

 

Worin besteht der Unterschied zwischen neuer und alter Norm ?

Maßhaltigkeit:

Bisher werden in der alten DIN 18503 Ausgabe August 1989 Maßanforderungen an Einzelwerte gestellt. Hier darf jeder Klinker maximal +/- 3 %, jedoch nicht mehr als 6 mm vom Nennmaß abweichen. Durch die Änderung der Systematik sind die Anforderungsniveaus bei den Abmessungen nicht direkt vergleichbar. Sie liegen jedoch etwa in gleicher Größenordnung. Der Hersteller hat nach DIN EN 1344 zusätzlich die Möglichkeit, geringere Toleranzen zu deklarieren.

Festigkeit:
Die Biegebruchklassen "T1" und "T2" garantieren eine mittlere Biegebruchlast von 30N/mm. Diese Klassen können für Befestigungen mit geringer Belastung, wie z.B. vereinzelte Pkw-Überfahrten, gewählt werden. Die Klassen "T3" und "T4" garantieren eine mittlere Biegebruchlast von 80N/mm. Dieser höhere Wert ermöglicht auch Lkw-Überfahrten.

Frost-Tau-Widerstand:
Zwei Klassen der Frostbeständigkeit werden in der Euro-Norm genannt. Die Klasse "F0" ist nur im Innenbereich geeignet. Für die Klasse "FP100" müssen 100 Frost-Tau-Wechsel in der Euro-Frostprüfung schadensfrei ertragen werden. Diese Eigenschaft wird von herkömmlichen Enteisungssalzen nicht beeinflusst.

Abriebverhalten:
Die Klasse mit den schärfsten Anforderungen "A3" fordert ein höchstzulässiges Abriebvolumen von 450mm3. Dazu gehört eine Schleifspurlänge von 37,5 mm. In Vergleichsversuchen wurde nachgewiesen, dass dieser Grenzwert näherungsweise den bisherigen Anforderungen 20 cm2/50 cm2 im Böhmetest nach DIN 18503:1989-08 entspricht.

Rutschwiderstand:

Neu ist die Angabe des Gleit-/Rutschwiderstandes für Pflasterklinker. "U3" stellt dabei die höchste Anforderung mit einem SRT-Wert von 55 (SRT = Skid Resistance Tester) dar. Dieser Wert stimmt auch mit dem im Merkblatt über den Rutschwiderstand von Pflaster- und Plattenbelägen für den Fußgängerverkehr (hrsg. FGSV) angegebenen höchsten SRT-Wert überein.

 

Die neue DIN 18503 (Ausgabe Dezember 2003)

Zusätzlich zum "europäischen" Pflasterziegel nach DIN EN 1344 gibt es auch weiterhin den in Deutschland bewährten Pflasterklinker nach DIN 18503:2003-12. Pflasterklinker sind Pflasterziegel nach DIN EN 1344, jedoch zusätzlich mit besonderen Anforderungen an die Wasseraufnahme und die Scherbenrohdichte. Da die europäische Norm nicht alle national gebräuchlichen Produktmerkmale beinhalten kann, ist die DIN 18503 teilweise erhalten geblieben. Hierzu wurde im Dezember 2003 eine Ergänzungsnorm herausgegeben: die DIN 18503:2003-12. Die neue DIN 18503 beinhaltet den gesamten Regelungsgehalt der DIN EN 1344 und ergänzt die für die Klinkerqualität ausschlaggebenden Kriterien der "Wasseraufnahme" und der "Scherbenrohdichte":

Wasseraufnahme:   max. 6 M-%
Scherbenrohdichte: min. 2,0 kg/dm3 (Mittelwert)
  min. 1,9 kg/dm3 (Einzelwert)


Download :

Eigenschaften nach DIN EN 1344 und bisheriger DIN 18503 im Vergleich
(PDF-Datei)

 

CE-Kennzeichnung

CE-Zeichen

Die europäische Norm sieht auch eine CE-Kennzeichnung für Pflasterklinker-produkte vor. Mit dem europäischen Konformitätszeichen CE wird die Übereinstimmung mit den harmonisierten Anforderungen der DIN EN 1344 deklariert. Das CE-Zeichen ist also kein Qualitätszeichen, sondern dokumentiert, dass die gekennzeichneten Produkte in Übereinstimmung mit der DIN EN 1344 brauchbar sind und entsprechend in allen Ländern der EU gehandelt und verwendet werden dürfen. Der Ausschreibende muss explizit die erforderlichen Anforderungs- und Leistungsklassen für den jeweiligen Verwendungsbereich auswählen und ausschreiben.

Produktnormen